Ausrüstung für den Winter

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Auch wenn viele glauben, dass der Winter sich jetzt dem Ende neigt, kann er noch einmal so richtig Fahrt aufnehmen und uns seine harte und eben vor allem kalte Seite zeigen.

Für mich endet dann bald leider die Hauptsaison des Wanderns. Ich bin am liebsten von Herbst bis zum Frühling unterwegs, weil ich lieber friere als schwitze und zudem was gegen Zecken habe. Zwar bin ich im Sommer ebenfalls unterwegs, aber insgesamt deutlich seltener mit Übernachtung im Freien.

Hier geht es aber um die Ausrüstung, die man im Winter benötigt und was man dabei so beachten muss.

Da sei zum einen der Schlafsack, denn es ist essentiell, einen Schlafsack zu haben, der einen Ausreichend wärmt. Was jedoch „ausreichend“ bedeutet, das ist sehr individuell und nicht pauschal zu beantworten, auch wenn die Schlafsäcke immer einen gewissen Wert angeben für den er geeignet ist. Zu Beginn sollte man sich am ehesten an den Komfortwert halten und Erfahrungen sammeln. Gerade am Anfang lieber etwas wärmer als kälter kaufen um nicht eine viel zu kalte Nacht zu verbringen. Alternativ kann man auch einen mittleren Schlafsack nehmen und ihn mit Hilfe eines Inlets oder eines Biwaksacks aufwerten was die Temperatur angeht. Auch durch die eigene Kleidung kann man eine ganze Menge machen, Möglichkeiten gibt es also genug, nur sollte man diese auch wahrnehmen – eine kalte Nacht ist keine erholsame Nacht!

An den Schlafsack denken die meisten, die Isomatte wird aber gerne vergessen und das, obwohl sie fast noch wichtiger ist als der Schlafsack. Der Schlafsack kann nämlich nach unten hin seinen Dienst  nicht tun, denn das eigene Körpergewicht komprimiert die Füllung des Schlafsackes und dadurch kann sie die Körperwärme nicht aufrecht erhalten werden, sondern wird nach außen abgegeben und je kälter es draußen ist, desto schneller wird diese Wärme eben abgegeben. Nichts anderes tut ein Schlafsack im Prinzip, die Körperwärme am entweichen hindern, er ist ja keine Heizung, der aktiv Wärme produzieren kann.

Die Bodenkälte kann wirklich brutal sein und um sich gegen sie zu schützen, bedarf es einer vernünftigen Iso-Matte. Dabei ist es egal, ob es eine aufblasbare ist, die einem mehr Komfort bringt, oder eine robuste Evazote, die unzerstörbar und preiswert ist. Einzig ihre Dicke sollte zu den jeweiligen Temperaturen passen (man beachte dazu den R Wert und die Empfehlungen des jeweiligen Händlers). Man kann natürlich auch beide Sorten Mischen – die Evazote auf dem Boden, die Luftmatte darauf. So schützt man die Luftmatte vor spitzen Gegenständen auf dem Boden und erhöht gleichzeitig den Isolationswert. Ich finde das ganz praktisch, denn eine Matte für -30 Grad braucht man selten, wenn man aber zwei Matten kombiniert, kann man trotzdem einen ausreichenden Schutz bekommen, ohne eine Matte zu kaufen, die fast immer nur im Schrank liegt.

Wenn die Isolation nach unten hin nicht gegeben ist, dann nutzt der beste und dickste Schlafsack nichts, man wird frieren – dessen sollte man sich bewusst sein!

Wir bleiben bei der Nacht oder besser, dem Abend, denn sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, kann sich die Temperatur sehr schnell sehr stark ändern! Das sollte man bedenken. Selbst wenn man am Tag keine Handschuhe und Mütze benötigen sollte, ist die Sonne erstmal weg, wird es deutlich kälter! Handschuhe, Mütze und eine Art Schaal (bspw. ein Buff oder ein Shemag) sollten immer dabei sein. Man verliert über den Kopf wahnsinnig viel Wärme und das sollte man im Winter vermeiden! Außerdem kann man dadurch auch die Wärmeleistung des Schlafsackes unterstützen.

Als nächstes kommen wir zu den Pausen. Wenn man unterwegs ist, mit Gepäck sowieso, wird einem recht schnell warm, pausiert man jedoch ein paar Minuten, um etwas zu trinken oder sich zu erholen, dann nimmt die Kälte diese Wärme sehr schnell weg. Wenn man zudem auch noch etwas geschwitzt hat, geht das noch schneller. Daher empfielt es sich, eine „Lagerjacke“ oder dergleichen dabei zu haben. Also etwas, das man sich kurz umlegen kann, wenn man eine Pause machen möchte, das einen zusätzlich warm hält, zum Laufen aber zu warm ist. Das kann auch eine zusätzliche Isolationsschicht sein, die man unter die Jacke zieht. Diese Isolation wird man spätestens abends am Lager wieder benötigen, doch schon für die Pausen macht sie wirklich Sinn. Das hängt natürlich auch von den Temperaturen ab, aber ich war schon auf Touren, bei denen ich keine Pausen machen konnte, da ich die Wärme der Bewegung brauchte und das ist irgendwann wirklich kein Spaß mehr, denn die Nacht kommt bestimmt…

Der passende Rucksack ist etwas, was automatisch kommt, denn man merkt schon, im Winter muss man bedeutend mehr mit sich schleppen, als zur wärmeren Jahreszeit, zudem sind die einzelnen Sachen auch noch von viel größerem Volumen. Entweder man hat zwei Rucksäcke, oder gleich einen Rucksack, der auch die Winterausrüstung fassen kann.

Zuletzt sei erwähnt, dass alles frostsicher sein sollte. Das ist bisweilen schwierig. Bei Wasser muss man aufpassen. Ich habe HIER mal einen Artikel zu der Wasserversorgung im Winter geschrieben, weswegen ich das jetzt gar nicht weiter ausführen werde. Ein Blick lohnt sich aber, denn wenn es wirklich kalt wird, kann man nicht einfach sein Wasser in einer Flasche transportieren und manche Wasserfilter zerstört der Frost auch.

Auch auf die Gefahren im Winter sei hingewiesen, denn mit der Kälte kommt eine nicht zu unterschätzende Gefahr, die Hypothermie, zu der ich HIER einen umfassenden Artikel geschrieben habe. Bitte zur eigenen Sicherheit zumindest überfliegen.

Der Winter gehört für mich zu der schönsten Wanderzeit und mit ein wenig Vorbereitung, kann man eine herrliche Zeit in der klirrenden Käte verbringen.

In diesem Sinne.

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