Campingplatz Reykjavik

Campingplatz Reykjavik

Da ich bereits auf dem Campingplatz Reykjavik war und es den einen oder anderen vielleicht interessiert, möchte ich gerne etwas davon erzählen. Wenn man auf Island wandern möchte, wird man meistens hier starten, um sich von dem Flug zu erholen oder seine weitere Reise nochmal zu planen und sich mit Vorräten zu versorgen. Natürlich kann man auch ein Hotel nehmen oder die Jugendherberge (sieht man auf dem oberen Bild recht deutlich) nutzen, aber hier kann man bereits frische Luft schnappen :)

Der Campingplatz Reykjavik ist rund um die Uhr geöffnet und wie man ihn sich wünscht. Ich muss dazu sagen, ich bin eigentlich kein Freund von Campingplätzen und wenn man die Option des „freien schlafens“ hat, wähle ich immer die, aber hier habe ich mich tatsächlich richtig wohl gefühlt.

Er ist groß genug, dass man seine Ruhe hat und auch wenn man mit seinem Tarp (keiner wusste etwas mit diesem Wort anzufangen, daher galt ein Tarp einfach als Zelt) etwas skeptisch angeschaut wird (ja, ich wir waren mit einem Tarp unterwegs) und automatisch als Exot gilt, bekommt man einen Platz. Wenn man möchte, findet man aber auch sehr schnell Anschluss.

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Der Campingplatz bietet einen überdachten Gemeinschaftsbereich. Dort kann man sich hinsetzen, kochen oder auch den großen Grill benutzen. Des weiteren hat man einen kleinen Küchenraum mit Wasserkocher, Herdplatten und dergleichen. Schön fand ich, dass dort Lebensmittel frei zur Verfügung standen wenn man wollte. Jeder kann etwas dort lassen, was nicht mehr gebraucht wird, so das es der Nächste verwenden kann. So ließen wir bei unserer Abreise auch ein paar Dinge für die nächsten dort, eine Packung Travel Lunch und ein paar Müsli Riegel. Die Auswahl war groß und reichte von einem Glas Nutelle bis zu einer Packung Nudeln. Ich finde dieses „geben und nehmen“ Prinzip wirklich klasse und sehr schön, dass es tatsächlich auch funktioniert.

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Die Stimmung auf dem Platz empfand ich als sehr angenehm, es ist eine Stimmung von Aufbrauch, zumindest empfand ich es so, sowohl vor der eigentlichen Tour, als auch danach. Mit Englisch kommt man problemlos zurecht, der Platzwart sprach sehr gutes Englisch und konnte auch alle Fragen beantworten die man hatte. Außerdem kann man dort auch Gaskartuschen (solche mit Gewinde) kaufen. Auch hier gibt es ein Regal, bei dem vorherige Wanderer Dinge zurücklassen, die sie nicht mehr benötigen. Das reichte vom Sitzkissen, zu Wanderstöcken, bis hin zu einer halb vollen Gaskartusche. Eine solche ließen wir auch dort, da wir sie nicht mehr benötigten. In dem kleinen Büro findet man Kartenmaterial (Gratis, als auch hochwertigeres zum Kaufen) sowie Porto für die Postkarten nach Hause, die man dort ebenfalls kaufen kann. Die „Grundversorgung“ ist also gewährleistet. Ebenso stehen dort Steckdosen zur Verfügung und kostenloses WLan. Entsprechend voll war der Raum die meiste Zeit.

Wenn man etwas Reykjavik erkunden möchte, kann man sein Gepäck auch direkt in dem kleinen Büro lassen. Man erhält zwar keine Marke, aber es wird in einem extra Raum untergebracht und so viel Vertrauen darf man glaub ich haben. Alternativ kann man beim BSI Terminal (das zentrale Bus Terminal) auch seine Rucksäcke einschließen lassen, allerdings gegen eine gewisse Gebühr. Hier hat man dann wirklich die Sicherheit, dass kein anderer an die Ausrüstung kommt.

Was das Essen angeht, so sollte man sich am besten in einem Supermarkt in der Stadt mit Lebensmitteln versorgen und diese auf dem Campingplatz zubereiten. Island ist teuer, wahnsinnig teuer! So kosteten ein Cheeseburger, eine winzige Portion Pommes und eine kleine Cola 22 Euro! Das haben wir natürlich nicht geholt! Alternativ kann man ganz gut bei Subway essen, die haben relativ normale Preise, zumindest im Verhältnis betrachtet.

Der Campingplatz ist alles in allem sehr sauber. Regelmäßig gingen Mitarbeiter über die Fläche und kontrollierten. Selbiges gilt für die Sanitären Anlagen. Hier stehen nicht nur diverse Toiletten, sondern auch Duschen zur Verfügung. Von der Größe her ist alles ausreichend und so konnte man sich nach der Tour mit warmen Wasser duschen und frisch machen, was sehr sehr angenehm war.

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Der Weg zum Platz ist recht schnell zu erreichen. Direkt von dem Platz aus fährt früh morgens schon ein Bus zum BSI Terminal, aber dieses ist auch Fußläufig zu erreichen in ca. 30-40 Minuten, je nachdem wie schnell/langsam man eben läuft.

Ich kann den Platz wirklich empfehlen, selbst wenn man kein Freund dieser Plätze ist. Er liegt sehr zentral und man kann sich schonmal daran gewöhnen draußen zu sein. Natürlich ist hier eine ganze Menge los und die Nacht ist nicht so ruhig wie mitten im Wald, aber da selbst die Jugendherberge wirklich teuer ist, ist der Campingplatz wirklich eine Alternative. Wir haben etwa 15€ bezahlt pro Person. Die Jugendherberge fing bei 50€ pro Nase an, die Hotels lagen entsprechend darüber.

Wenn ihr noch Fragen habt, einfach eine Mail oder einen Kommentar schreiben.

In diesem Sinne

2 Kommentare

  • In welchem Monat seid ihr denn da gewesen? Da hätte ich definitiv auch Lust zu. LG Tina

    • Hallo, das war im August gewesen. Ich kann es wirklich empfehlen. Unbedingt auch einen Abstecher nach Landmannalauga machen, lohnt sich nicht nur wegen der heißen Quelle :)

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