Sawyer Wasserfilter

Sawyer Wasserfilter

Dieses Mal stelle ich den Sawyer Wasserfilter vor. Von diesem kleinen Filter bin ich mehr als begeistert, weil er nicht nur treue, sondern eben auch gute Dienste leistet und dabei so gut wie nichts wiegt und nur sehr wenig kostet.

Das ist quasi die Dreifaltigkeit bei Outdoorausrüstung: Funktionell, leicht, preiswert ^^

Aber im Ernst. Ich habe eine ganze Weile lang diese fürchterlichen Chlor Tropfen genutzt. Sie tun ihren Dienst, sie töten wirklich nahezu alles ab (außer Chemie natürlich), inkl. dem Genuss an Wasser, denn man hat das Gefühl als wenn man ein frisch gechlortes Schwimmbad austrinken würde. Ich bin nun ohnehin kein Freund von Chlor und so war das alles andere als ein Genuss und das löschen des Durstes kostete Überwindung, was definitiv nicht so sein sollte. Irgendwann war ich dann auf Chlor Tabletten umgestiegen. Sie lassen sich etwas besser dosieren als die Tropfen (damit habe ich immer leicht überdosiert), der Chlorgeschmack war aber immer noch sehr dominant.

Dann bin ich dazu übergegangen das Wasser abzukochen. Das hat keinen Effekt auf den Geschmack und ist ebenfalls sehr zuverlässig, aber es ist auch sehr zeitaufwendig! Ein Feuer kann sollte oder darf man zudem nicht überall machen!

Dann hat sich mein Wanderkumpel irgendwann einen Wasserfilter mit Pumpe von Katadyn geholt. Ein wirkliche tolles Teil, sehr funktional, aber weder leicht, noch preiswert. Im Gegenteil, es hat recht viel Platz eingenommen und erwies sich dadurch schlicht als unpraktisch für manche Touren, hat jedoch sehr gut funktioniert und ist, wenn es auf Platz, Gewicht und Geld nicht ankommt vielleicht eine Alternative.

So bin ich dann irgendwann beim Sawyer Wasserfilter gelandet. Er bedient sich dem Dialyse Prinzip und so wird das Wasser durch so feine Membranen gedrückt, dass die Bakterien und Co zurückbleiben (Achtung vor Chemikalien! Das gilt aber immer!). Dabei gibt es keine Pumpe oder dergleichen, man drück das Wasser einfach durch den Filter. Dafür nimmt man eine Faltflasche…

DSCN1653…fülle diese mit Wasser…

……

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…drehe den Saqyer raus und presse das Wasser in das jeweilige Behältnis.

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Das funktioniert überraschend gut, allerdings sollte man sich gleich einen größeren Faltbeutel holen. Der mitgelieferte fasst 500 ml und das ist zu klein, um ihn richtig nutzen zu können, es sei denn, man hat einen Wasserhahn um ihn zu befüllen. Bei einem Bach hat man nämlich das Problem, dass die Faltflasche nachgibt und es so erschwert, Wasser hinein zu füllen. Ist sie etwas größer, funktioniert es besser, vor allem, wenn man vorher einmal in die Flasche pustet um diese aufzublähen. Natürlich kann man auch Wasser abschöpfen und hinein füllen.

In die 2 Liter Faltflasche habe ich in einem Bach immer so um die 1 Liter Wasser bekommen, ist der Bach tiefer und wenn man die Flasche aufrecht unter Wasser drücken kann, bekommt man sie sicher auch voll, habe ich aber gar nicht erst probiert. Um den Liter zu filtern muss man etwa 1 Minute rechnen. Dabei ist moderates Drücken erforderlich. Man kann auch die Schwerkraft die Arbeit erledigen lassen, das dauert dann aber deutlich länger und es bleibt ein Rest in der Faltflasche.

Ich habe hier den Sawyer Mini (knapp 50g) und er hat eine Garantierte Filterleistung von über 300 000 Litern! Ja, ich habe mich nicht vertippt, die ganzen Nullen gehören dazu! Das setzt natürlich voraus, dass man den Filter auch regelmäßig reiningt. Zu diesem Zweck ist eine Spritze beigelegt.

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Diese füllt man mit gereinigtem Wasser, setzt sie auf das Mundstück des Sawyers auf und presst das Wasser in einem kräftigen Ruck hindurch.

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Das reicht schon aus, um den Filter wieder zu reinigen.

Ich mag es, dass er rein von Hand funktioniert und ohne bewegliche Teile die kaputt gehen könnten. Darin sehe ich einen großen Vorteil. Doch ich will auch den größten Nachteil nicht verschweigen. Im Winter ist der Sawyer quasi nicht einsetzbar! Die Filterröhrchen sind so winzig und fein (sie filtern schließlich Bakterien!) dass Frost für die Zerstörung des Filters sorgt, weil die Röhrchen zerreißen, platzen etc. Das geschieht nahezu unmittelbar und vor allem sehr schnell. Sollte man den Sawyer im Winter also einsetzen wollen, dann so, dass die Körperwärme dafür sorgt, dass das minimale Restwasser im Filter nicht einfrieren kann. Nachts muss man den Filter also auch mit in den Schlafsack nehmen und auch nach der Verwendung muss er sofort wieder in eine Frostfreie Umgebung.

Da es sich natürlich um winzige Mengen Wasser und winzige Oberflächen handelt, reichen wenige Momente aus und das Wasser ist gefroren. Dabei besteht die Gefahr vor allem darin, dass der Filter danach durchaus noch funktionieren kann, aber die Filterwirkung ist einfach nicht mehr gegeben. Somit weiß man eben gar nicht, dass das Wasser nicht mehr zu 99,9% gefiltert ist, sondern vielleicht nur noch zu 50% oder weniger.

Daher würde ich den Filter im Winter nicht empfehlen, da ich zu große Sorge hätte ihn zu beschädigen, ohne das ich es merke.

Es gibt ein Sawyer Winterset, damit habe ich selber aber keine Erfahrungen bisher. Wenn da also jemand etwas zu sagen kann, gerne einen Kommentar hinterlassen.

In diesem Sinne

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