Der richtige Schlafsack – Kunstfaser oder Daunen

gans

Das ist wieder so ein Thema, dass einer Religion gleicht. So weit muss man es aber gar nicht erst kommen lassen, denn es gibt ganz klare Unterschiede, klare Vor- und auch Nachteile. Am Ende des Tages entscheidet immer der eigene Geschmack, aber es gibt durchaus Ausrüstung die besser zu den eigenen Anforderungen passt, als andere.

Ich selber, das will ich gleich dazu sagen, bin ein Verfechter von Kunstfaser. Verfechter ist da vielleicht viel gesagt, aber wenn ich mich im Moment entscheiden müsste, würde ich mich immer für den Kufa Sack entscheiden. Die Vorteile von einem solchen Schlafsack scheinen für mich einfach besser zu passen. Das mag nicht immer so bleiben, bisher war es aber der Fall. Ich habe deswegen selber nie einen Daunen Sack besessen, weswegen ich hier nur faktische Unterschiede aufzeigen kann und keine subjektiv, sprich gefühlten Unterschiede bestätigen oder widerlegen werde.

So habe ich beispielsweise schon oft gehört und auch gelesen, dass das Schlafgefühl in einem Schlafsack, der mit Daunen gefüllt ist, ein wesentlich angenehmeres sein soll. Das ist ein Punkt, den ich schlicht nicht nachvollziehen kann, da mir die eigene Erfahrung fehlt. Aber nur dafür einen zu kaufen, das finde ich ein wenig übertrieben :) Grund für das bessere Schlafklima ist die Fähigkeit der Daune, Feuchtigkeit aufzunehmen, also ist es durchaus möglich macht Sinn und ist vielleicht nur „Teil-Subjektiv“.

Was Farben, Form und Konstruktionen angeht, tun sich beide Fabrikate nicht viel, so gibt es quasi alles bei allem. Da werde ich also nicht noch zusätzlich etwas zu schreiben.

Kommen wir also zu den rein faktischen Unterschieden.

Vorteile von Daune: Der größte Vorteil von Daune der mir in den Sinn kommt, ist das Gewicht im Verhältnis zur Wärmeleistung und Packmaß. Für wen Gewicht an erster Stelle steht und wer trotzdem auch bei kalten Temperaturen unterwegs sein will, der wird an einem Daunenschlafsack kaum vorbei kommen. Kunstfaser wird, bei gleicher Isolationsleistung, immer deutlich schwerer sein als es die Daune ist und sich auch nicht so gut komprimieren lassen. Dessen sollte man sich also bewusst sein. Was den Schlafkomfort angeht, da glaube ich einfach mal den ganzen Aussagen, die ich gehört und gelesen habe, das muss aber jeder für sich selber herausfinden.

Daune ist ein Naturprodukt, was für viele auch wichtig ist, die möglichst natürlich unterwegs sein wollen.

Zudem sei noch erwähnt, dass bei entsprechender Pflege, ein Daunenschlafsack durchaus länger hält als ein Kufa Schlafsack. Man sagt bis zu doppelt so lange. Da relativiert sich der Preis dann ein wenig.

Nachteile von Daune: Der größte Nachteil der Daune ist sicherlich die Tatsache, dass sie ab einem gewissen Punkt der Feuchtigkeit nicht mehr wärmt, bzw. isoliert. Schwitzt man also bspw. zu stark, ist die Luft sehr feucht, oder noch schlimmer, bekommt der Sack Regen/Schnee ab, dann verklumpt die Daune, verliert ihren Loft und damit auch ihre isolierenden Eigenschaften. Das kann im Zweifel ein echtes Problem sein!

Zudem braucht ein Daunenschlafsack deutlich länger wieder zu trocknen als ein Kunstfasersack.

Ein weiterer Nachteil ist der Preis, denn Daunen Säcke sind in der Regel deutlich teurer, als vergleichbare Kufa Säcke.

Zuletzt, auch wenn es kein geringer Nachteil ist, sondern für mich zu den wichtigen Nachteilen gehört, es ist ein Naturprodukt! Das heißt Tiere, also Gänse/Enten, müssen dafür ihre Daunen lassen und das passiert nicht immer auf gesunde und verträgliche Art und Weise! Da sollte man meiner Meinung also unbedingt drauf achten, um Tierquälerei nicht auch noch zu unterstützen!

Fazit und Meinung: Deifinitiv eine Medaillie mit zwei Seiten. Ich beneide das Gewicht, Format und die Isolationsleistung, aber die Gefahr die Isolation zu verlieren ist mir zu groß. Ich bin immer ohne Zelt unterwegs und da kann die Luftfeuchtigkeit schon zum Problem werden. Bei den hochpreisigen hat die Hülle oft eine Wasserabweisende Beschichtung, aber diese Schlafsäcke sind teilweise brutal teuer. Ich nutze ja zudem oft meinen Biwaksack und Daune in Verbindung mit Biwaksäcken ist durch Kondenzbildung keine gute Idee. Und selbst bei den guten Biwaksäcken kann es zu Kondenzbildung kommen.

 

Kommen wir also zur Kunstfaser in etwas verkürzter Form, weil es quasi die Gegenteile vom Daunensack sind.

Vorteile von Kufa: Da wäre einmal der Preis, denn Kunstfasersäcke sind oft schon sehr günstig zu haben und dann natürlich die Tatsache, dass sie auch in feuchtem Zustand noch isolieren und relativ schnell trocknen, sollten sie mal Feuchtigkeit abbekommen haben. Zudem ist es eben Kunstfaser, kein Tier muss dazu seine Daunen lassen.

Die Nachteile liegen ganz klar im Gewicht im Verhältnis zur Isolationswirkung. Außerdem verliert die Kunstfaser im Vergleich zu den Daunen schneller an Loft und damit an Isolationswirkung, man muss ihn also schneller erneuern, wodurch sich ggf. der Preis relativiert.

Fazit und Meinung: Bei mir punktet der Kufa Sack, weil er unenpfindlicher ist. Klar ist er etwas schwerer, aber das ist ein Nachteil mit dem ich leben kann, er wird ja nicht zu Blei! Der Preis gefällt mir zudem sehr gut, so bekommt man schon für einen moderaten Preis einen sehr hochwertigen Sack, der einen gut warm hält und robust ist. Was die Haltbarkeit angeht, kann ich mich nicht beschweren und eher war das Innenleben beschädigt oder spröde geworden ehe es die Isolation war, die aufgegeben hat. Eine Minderung der Isolation nach ein paar Jahren ist aber schon vorhanden, ohne Zweifel.

Ich hoffe ein wenig bei der Entscheidung zwischen Kunstfaser und Daune geholfen zu haben.

In diesem Sinne

4 Kommentare

  • Hallo Sven,

    Daunenschlafsack geht meiner Meinung nach gar nicht, weil da immer Folter von Tieren drin steckt! Wir leben im 21. Jahrhundert und können komplett auf Tierliches verzichten. Deswegen verwende auch ich Kunstfaser.

    Viele Grüße

    Christof

    • Sven Passarge

      Hallo Christof,
      das sehe ich ähnlich. Es wird nämlich von vielen vergessen, woher die Daunen eigentlich kommen. Zwar gibt es ein paar Unternehmen, die sich die Daunen schonender holen, aber da muss man, wenn es schon Daune sein soll, wirklich drauf achten. Schön, dass das noch andere so sehen.

      Gruß
      Sven

  • Hallo, schließe mich an!

    …aber es ist erstaunlich, wie auch bei Outdoorern (=Naturliebhabern?) doch oft im Zweifelsfall zum eigenen (vermeintlichen) Vorteil gehandelt wird.
    Und als ich mir kürzlich einen neuen Schlafsack zulegen wollte und mich in einigen Geschäften beraten ließ, kam in keinem einzigen Fall das Gespräch auf die Herkunft der Daunen – …ganz schwach!!

    Tolle Website! Mach weiter…und: Facebook etc. braucht man nicht! ;-) Grüße, Wope

    • Ja, das stimmt leider, viele geben da wirklich nichts drauf. Zwar gibt es mittlerweile einige Hersteller, die darauf achten, wie die Daune gewonnen wird, aber der Großteil nimmt „ohne Rücksicht auf Verluste“ und das ist es mir, vor allem da es dank Kunstfaser ja eine gute Alternative gibt, wirklich nicht wert!

      Vielen Dank für das Kompliment :)

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